Jahresrückblick und Perspektiven: Calpino wünscht ein gutes Neues Jahr 2022

Das Jahr 2021 geht zu Ende und die Frage ist, wie bei jedem Jahreswechsel: was bleibt? Auch 2021 wurde durch die Corona-Krise geprägt und aktuell sehen wir uns der sogenannten Omnikron-Variante gegenüber. Auch wenn die Einschränkungen zu diesem Jahreswechsel weitaus moderater sind als im vergangenen Winter, bleibt doch die Frage, wann und wie das alles einmal enden soll oder wird. Viren mutieren, schon seit Ewigkeiten, und von diesem Betrachtungswinkel aus sollte man nicht darauf hoffen, dass Omnikron die letzte „Variante“ ist. Gleichzeitig machen aktuelle Studien aus verschiedenen Ländern Hoffnung, dass der neue „Ableger“ zwar ansteckender ist, aber wesentlich weniger schwere Krankheitsverläufe verursacht. Einige Länder haben deshalb bereits ihre Maßnahmen zurückgefahren. Insoweit könnte Omnikron vielleicht die „finale“ Version sein, und den Übergang zu weiteren milderen Varianten und einer sogenannten Endemie einläuten. Wollen wir es hoffen, denn nicht wenige Wissenschaftler sehen das mittlerweile so.

Was bleibt noch von 2021? In unserer Stadt ist das Rolltreppen-Fieber ausgebrochen und es bleibt abzuwarten, ob man die Gabriel Miro auch noch mit solch einem Konstrukt beglücken wird. Business as usual auch im Immobilienbereich: alte Häuser wurden abgerissen und weitere Türme hingestellt, die Calpe optisch immer mehr an Benidorms Skyline annähern. Das dies auch im neuen Jahr so weitergehen wird, ist zu erwarten. Im Zuge der Corona-Regeln wurde das Rauchen auf den Terrassen verboten und soll, hört man die Vizepräsidentin der Comunidad Valenciana, auch nie wieder erlaubt werden. Nun stehen die Raucher also auf und stellen sich 1,50 Meter neben die Terrasse zum Genuss ihrer Tabakwaren. Zumindest fördert dies allein durchs aufstehen müssen ja die Bewegung und ist insoweit denn auch gesundheitsrelevant…

Nachdem das traditionelle deutsche Oktoberfest unsere Stadt Richtung La Nucia verlassen hat, wurde in diesem Jahr in Calpe in einer Hauruck-Aktion ein spanisches Bierfest auf die Beine gestellt. Erfolgreich ist zwar anders – aber zumindest der Versuch bleibt lobenswert. Zumindest war Calpe in 2021 Gewinner der Aktion „Glas-Recycling“ und nahm die Zeitgenossen ins Visier, die die Straßen der Urbanisationen durch Berge von Schnittabfall und illegal entsorgtem Hausrat zu unschönen Müllentsorgungsflächen missbrauchen. Beides sind Schritte in die richtige Richtung, wenn sie denn auch im neuen Jahr konsequent weiter verfolgt werden. Im Zuge der Verschönerung unserer Stadt wurden im Jahr 2021 dann auch die letzten Reste der Sturmschäden von „Gloria“ beseitigt, so dass keine Anzeichen mehr auf dieses Unwetter, das Calpe sehr stark getroffen hatte, hinweisen.

Der vergangene Sommer war, trotz Corona, geprägt von einer übervollen Stadt und veranlasste die Regierung sogar, Strände wegen Überfüllung zu schließen. Auch so etwas gab es hier noch nie. Es zeigt aber, dass der Tourismus auch in Krisenzeiten weiter boomt, allen Reisehindernissen zum Trotz. In dem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, das Calpes Ordnungshüter im letzten Sommer erstmals wirklich effektiv gegen die illegalen fliegenden Händler auf den Promenaden vorgegangen sind. Ob dies eine „Eintagsfliege“ war, wird das neue Jahr dann zeigen.

Zwar liest man auch zum Ende des Jahres 2021 wieder von dem „heißesten Sommer“, den es je gegeben habe; ich bleibe aber dabei: seit nunmehr 25 Jahren lebe ich hier an der Küste und ich persönlich empfinde, dass es Jahr für Jahr hier eher kälter als wärmer wird. Das ist meine rein subjektive Empfindung, die mir aber immer wieder auch von anderen seit langem hier residierenden Menschen bestätigt wird. Ich erinnere mich da immer an das Jahr 1998: mein erster Sommer als Resident hier an der Costa Blanca überraschte mich mit Temperaturen von über 40 Grad, und zwar über eine Woche lang. Und auch danach war es mit 30-35 Grad über Wochen nicht weniger heiß. Ganz ehrlich: ich habe dies seitdem so nicht mehr erlebt und Temperaturen um oder über 30 Grad, die wir im Sommer hier erleben, halte ich für kein Indiz einer spürbaren Erwärmung unserer Region. Das mag woanders eingetreten sein, aber von den in den 1990er Jahren von Klimaaktivisten prognostizierten Fluchtwellen aus Südeuropa wegen Hitze und Wassernotständen sind wir meines Erachtens nach weit entfernt. Und ohne Heizung geht hier ab Oktober bis teilweise weit in den Mai hinein seit langem auch nichts mehr. Aber, wie gesagt, dies ist nur meine subjektive Empfindung und ich will da keinem Klimaforscher zu nahe treten.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Flüchtlinge, die an unseren Küsten auch im Jahr 2021 wieder sehr zahlreich angelandet sind. Allein die wirtschaftliche und politische Lage in vielen Ländern wird uns auch im Jahr 2022 weiter jede Menge Bootsflüchtlinge bescheren. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik dieses Problem zu lösen gedenkt. Alle bisherigen Ansätze jedenfalls haben nicht dazu geführt, dass diese meist bitterarmen Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen, indem sie in kleinen Booten unter lebensgefährlichen Umständen das Mittelmeer überqueren. Ein gesamteuropäischer Ansatz zur Lösung dieses Problems wird immer wichtiger. Ob Europa hier handlungsfähiger wird, steht in den Sternen, aber, ich denke, es ist für eine humane Gesellschaft nicht akzeptabel, weiter zuzusehen, wie Menschen – gerade auch Kinder – im Mittelmeer ertrinken, weil sie auf der Suche nach einem besseren Leben keine andere Perspektive sehen.

Dies war mein kleiner Rückblick auf das Jahr 2021, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Mit dem neuen Jahr 2022 verbinde ich die Hoffnung, dass wir diese Corona-Krise nun endlich hinter uns lassen und schrittweise wieder zu einem normalen Leben zurückkehren. Dazu gehört dann auch die Aufrichtigkeit der Politik, alle Maßnahmen, die im Zuge dieser Krise eingeführt wurden, sobald als möglich auch wieder abzuschaffen. Die Demokratien Europas haben Restriktionen eingeführt, die man für eine gewisse Zeit in einer Ausnahmesituation sicher akzeptieren kann. All dies muss aber dann enden, wenn sich eine gewisse Normalität eingestellt hat und die „Gefahr“, die zu diesen Restriktionen geführt hat, objektiv nicht mehr gegeben ist. Jede Krise endet irgendwann und es bleibt zu hoffen, dass die Grundrechteinschränkungen wie Corona-Pass-Pflichten, Testpflicht bei Reisen und auch die Maskenverordnungen dann genauso schnell wieder verschwinden, wie sie kamen. Sollte sich die Hoffnung bestätigen, dass die neue Corona-Variante der Übergang zu einer, wie es Wissenschaftler nennen, Endemie ist, dann müssen auch die Beschränkungen zügig und umfassend wieder aufgehoben werden. Ich hoffe und erwarte von unseren Regierungen, dass dies genau so eintritt. Wir werden sehen…

Den Lesern von Calpino wünschen wir ein ruhiges, gesundes und erfolgreiches Jahr 2022. Wir werden Sie auch weiterhin aktuell über unsere Stadt und die Region auf dem Laufenden halten und hoffen, dass Sie uns als Leser treu bleiben. Kommen Sie gut und gesund ins Neue Jahr!

Ihre Calpino Redaktion

Nachricht teilen oder drucken

3 Kommentare

  1. Dankeschön an die Calpino Redaktion für die gute
    Berichterstattung das ganze Jahr 2021
    Ihr bringt all die wichtigsten Informationen die doch doch viele Leser interessieren sachlich und auch kritisch hinterfragt find ich gut. Behaltet das bei.
    Ihr seid und bleibt das Sprachrohr für Calpe
    Wünsche Euch Mitarbeitern ebenfalls ein gesundes neues Jahr

    17
  2. Hallo! Wir kommen seit 1987 nach Calpe. Wir müssen Ihnen ein Lob aussprechen. Noch nie wurde so intensiv und korrekt über die Stadt u Region berichtet. Fünf Sterne für die Verantwortlichen! Alles Gute für das neue Jahr, und berichten Sie weiter so gut!

    16
  3. ich bemerke deine textliche „vorsichtigkeit“, stimme aber inhaltlich zu…- frohes neues….

Comments are closed.