Am vergangenen Mittwoch wurde der Alarmzustand in Spanien für weitere 14 Tage verlängert. Wie immer man auch zur Handhabung der COVID-19-Corona-Pandemie durch den spanischen Regierungschef und seiner Regierungspartei „PSOE“ stehen mag, eines muss man Pedro Sánchez zugestehen: es gelingt ihm, auch gegen den Widerstand der vielschichtigen Opposition, seiner Minderheitsregierung mit wechselnden Partnern parlamentarische Mehrheiten zu beschaffen, um seine Politik durchzusetzen. Dass er nicht bereit ist, die Führung durch diese Krise aus den Händen zu geben, dass er seine „Agenda“, seinen Plan zur Bewältigung dieser Katastrophe unbeirrt weiterführt, das verdient ehrlichen Respekt, denn einfach ist es nicht für ihn.

Sánchez weiß, wie jeder andere führende Politiker weltweit, dass er am „Ende“ gemessen werden wird an den Resultaten seiner Führung durch diese Krise; er weiß, dass am Ende jede oder jeder Tote ein Opfer sein wird, das man ihm zuschreiben könnte und wohl auch wird. Die Debatte der vergangenen Woche hat gezeigt, in welch massiver Form der politische Gegner argumentiert und teilweise auch polemisiert und dass man Sánchez und seine Regierung in nicht ferner Zukunft für alle Fehler im Umgang mit dieser Ausnahmesituation politisch oder gar persönlich verantwortlich machen will.

Die Debatte der vergangenen Woche hat aber auch gezeigt, wie schwach die größte Oppositionspartei „PP“ aktuell ist. Es genügt eben nicht, der Regierung gebetsmühlenartig angebliche Fehler, Versäumnisse und vermeintlichen Machtmissbrauch vorzuhalten, es ist politisch eben nicht ausreichend, bei einer solch wichtigen Frage wie der Verlängerung des Alarmzustandes mit Nein zu drohen und sich dann zu enthalten. Es ist dem Oppositionsführer Pablo Casado und der „PP“ auf die Füße gefallen, dass man zwar laut bellen kann aber eben keinen konkreten Alternativplan zur Politik von Pedro Sánchez besitzt. Die neue Mehrheit, die Pedro Sánchez dann gezimmert hat, zeigte deshalb die Ohnmacht der Opposition ganz offen auf. In der Schule hieß das früher: setzen, sechs und Hausaufgaben machen!

Calpe, unsere Region, und andere Teile Spaniens begeben sich ab kommenden Montag in die „Phase 1“ des sogenannten Deeskalationsplans. Dieser Plan, und das hat Pedro Sánchez gestern Abend nochmals sehr eindringlich klar gemacht, wird nur funktionieren, wenn wir uns alle bewusst sind, dass wir es hier nicht mit einer Laune der Natur oder einem kurzfristigen Katastrophenereignis zu tun haben, sondern mit einem unsichtbaren, teilweise tödlichen Feind, der uns weiterhin umgibt. Immer und überall.

Ich persönlich bin sehr gespannt, wie sich diese „neue Realität“ ab kommender Woche darstellen und „anfühlen“ wird. Ich hoffe, allen Menschen in diesem Land ist wirklich ernsthaft bewusst, dass wir NICHT in die Realität eintreten, die wir Mitte März verlassen haben.

Abstand und Hygienemaßnahmen müssen zwingend eingehalten werden und verantwortungsvoller Umgang eines jeden Einzelnen mit dem, was man uns ab morgen an „Freiheiten“ zurück gibt, sind der Schlüssel zu einer stufenweisen – und hoffentlich schnellen – Rückkehr in ein halbwegs normales Leben mit und irgendwann nach COVID-19. Wenn wir uns Alle, jeder Einzelne von uns, dessen bewusst sind, wenn wir Alle, ohne Ausnahme, die Abstands- und Hygiene-Regeln noch einige Wochen wirklich konsequent beachten, dann – und nur dann – besteht die reelle Chance, im kommenden Sommer und in der Zeit danach wieder halbwegs so leben zu können, wie wir das bisher gewohnt waren. Die andere Alternative wäre katastrophal!

Wir leben jetzt in einer neuen Realität, die durch einen unsichtbaren „Feind“ bedroht wird und die Regierung in Madrid vertraut auf unsere Vernunft, auf unsere Einsicht und auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen von uns. Diese kommende Phase 1 ist ein „Geschenk“ an uns, nach 8 Wochen mehr oder weniger „Hausarrest“, zu beweisen, dass wir wirklich Alle verstanden haben, worum es hier geht: Es geht um Leben, es geht darum, diesem Virus nicht zu erlauben, unsere gewohnte Lebensrealität komplett zu zerstören. Wir müssen diese Pandemie stoppen und jeder Einzelne muss dazu seinen ganz persönlichen Beitrag leisten.

Die Regierung in Madrid schenkt uns ab morgen Vertrauen – wir sollten das – uns allen zuliebe – nicht enttäuschen und ab morgen beweisen, dass wir dieses Vertrauen verdient haben. Nur dann waren all diese Opfer nicht umsonst.

T.J.B.

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